Tonträger


Sommerkonzert 2012 – Mitschnitt (live)
cd_Cover

 

Doppel-CD

Innviertler Symphonie Orchester
Dirigent: Nicholas Milton

Wolfgang Amadeus Mozart
Konzert für Klarinette und Orchester in A-Dur (KV 622)
Solist: Matthias Schorn (Wiener Philharmoniker)

Anton Bruckner
Symphonie Nr. 8 in c-Moll (WAB 108)

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Kritiken zur CD:

Radio Stephansdom vom 2. Februar 2013
Innviertler Symphonie Orchester

Mozart – Bruckner

Matthias Schorn, Innviertler Symphonie Orchester

Nicholas Milton

Avi-Musik 4260085532797

Ein Orchester aus dem geographischen Dreieck Linz – Salzburg – Passau: das Innviertler Symphonie Orchester. Vor 15 Jahren wurde es gegründet, um die regionale Kulturszene zu bereichern und jungen, engagierten Musikern die Gelegenheit zu geben, mit erfahrenen Kollegen und Dirigenten zusammenzuarbeiten. Wie etwas auf der gerade bei Avi-Musik erschienenen Debüt-CD zum Jubiläum mit dem Solo-Klarinettisten der Wiener Philharmoniker, Matthias Schorn, der selbst lange Mitglied des Innviertler Symphonie Orchesters war.

So lichtdurchflutet wie die Waldlandschaft des CD Covers musiziert das Innviertler Symphonie Orchester eines der größten Meisterwerke von Wolfgang Amadeus Mozart: das A-Dur Klarinettenkonzert. Der junge australische Dirigent Nicholas Milton schafft eine bezaubernde Atmosphäre, in der Matthias Schorn sein ganzes Können entfalten kann.

Behutsamer als Matthias Schorn kann man das Adagio, das wohl berühmteste Klarinettenthema, nicht ansetzen. Über den ganzen Satz erzielt er eine fragile Schwebe, die genau den Punkt zwischen zartem Glück und dem Wissen um dessen Vergänglichkeit trifft.

Es gibt viele hörenswerte Aufnahmen von Mozarts Juwel, doch selten hat man einen so vollkommenen Eindruck wie bei diesem Live-Mitschnitt vom Sommerkonzert 2012 des Innviertler Symphonie Orchesters. Hier stimmt einfach alles: Balance, Phrasierung, Dynamik – und nicht zu vergessen: Musizierfreude. Ergänzt wird das Klarinettenkonzert durch die 8. Symphonie von Anton Bruckner. Eine Debüt-CD, die begeistert! (mvh)


Ö1 22. Februar 2013

„Innviertler Klänge“

Haben Sie gewusst, dass Mettmach eine oberösterreichische Marktgemeinde ist und zum Bezirk Ried im Innkreis gehört? Das Innviertel wird heute großgeschrieben, sie hören von einem ambitionierten Sinfonieorchester und begabten Musikern, die es bis in die Reihen der Wiener Philharmoniker geschafft haben.

Das Innviertler Symphonie Orchester besteht aus Musikern der Region und Freunden aus anderen Teilen Österreichs und hat es sich zum Ziel gesetzt, die Innviertler Musikszene durch klassische Orchesterwerke zu bereichern. Klug gewählt das Programm: Bruckners 8., wo die Bläser trumpfen können, und auf der ersten CD wartet der Soloklarinettist der Wiener Philharmoniker, Matthias Schorn mit dem Klarinettenkonzert in A-Dur von Mozart auf.

Alles begann mit einem Salonorchester im innviertlerischen Mettmach, anno 1997. Daraus müsste mehr zu machen sein, sagten sich ein paar Enthusiasten und gründeten das ISO. Was die Bläser anlangt, so kann sich das Orchester mit Fug und Recht mit dem Innviertel identifizieren, bei den Streichern müssen Freunde aus nah und fern aushelfen.

Als Dirigenten für ihre erste Doppel-CD hat das ISO den gebürtigen Australier Nicholas Milton klug gewählt, die Aufnahme ist ein Live-Mitschnitt des Jubiläumskonzertes, entstanden im September des Vorjahres in Ried – eh klar: – im Innkreis!

Mozart & Bruckner, A Live Conzert 2012,

Innviertler Symphonie Orchester, Matthias Schorn,

Nicholas Milton, Avi Musik 85532803

Renate Burtscher, 22.2.2013


www.crescendo.de

Matthias Schorn

Fantastisches Patchworkorchester

Die Musiker des Innviertler Symphonie Orchesters bekleiden entweder führende Positionen bei den Wienern oder zahlreichen anderen Klasseorchestern – oder sie studieren an einem der umliegenden Konservatorien. Das klingende Ergebnis der Herbstarbeitsphase 2012 – mitgeschnitten zum fünfzehnten Orchestergeburtstag – kann sich hören lassen und gereichte jedem der „Heimatorchester“ der erfahreneren Kollegen zur Ehre. Dichter Wald dräut sich auf dem Cover der Doppel-CD. Sonnenstrahlen blinzeln dazwischen auf junges Buchenlaub … Das duftige Mozartsche Klarinettenkonzert (Matthias Schorn als Solist – brillant!) ist Auftakt für eine gewaltige Brucknersche „Achte“ (2. Fassung), die alle Beteiligten mit berechtigtem Stolz als Referenz aus dem Regal ziehen können. Nicht zuletzt Nicholas Milton. Sechs Jahre lang war er Chef der Jenaer Philharmonie, hier das Ausrufezeichen: auch von ihm werden wir wieder hören. MM


NMZ Online – 15.05.2013 – Hanspeter Krellmann

Ohne modernistisches Stil-Geplänkel: das Innviertler Symphonie Orchester mit Mozart und Bruckner

(nmz) – Von dem regionalen Standort des Orchesters leitet sich sein Name ab, wird zum Stolperstein, weckt Neugier. Hundertfünfzig musikbegeisterte junge Leute aus dem Städtedreieck Linz – Salzburg – Passau fanden hier vor fünfzehn Jahren zum Innviertler Symphonie Orchester zusammen. Ihr Jubiläum feierten sie anspruchsvoll mit Mozart und Bruckner.

Die Veröffentlichung des Konzertmitschnitts kann ihnen Bewunderer auch von außerhalb gewinnen. Das Tonträger-Debüt des Orchesters frappiert. Engagement und Kompetenz erweisen sich als tragenden Pfeiler eines bemerkenswerten Ergebnisses.

Nicholas Milton steht am Pult. Er hat sich beharrlich an erste Orchester und Operninstitute herangearbeitet. Die Musiker aus dem Innviertel führt er mit Verve und Sachverstand durch die beiden schweren Stücke und überzeugt mit ernstzunehmenden Interpretationen.

Das frische Klangbild bei Mozart, das von Herzhaftigkeit durchpulste Bewältigungsstreben bei der schier endlosen Periodenbildung in Bruckners längster Sinfonie bestimmen den Charakter des gemeinsamen Musizierens. Risiken bei der Darstellung, modernistisches Stil-Geplänkel werden vermieden – nicht aus Zutrauensmangel (was sich mitteilen würde), sondern aus gewachsener Überzeugungs- und Entscheidungskraft. Das unterscheidet diese Lösungen von so vielen heutigen, die sich ausschließlich auf Forschheit verlassen.


Fonoforum Ausgabe April 2013 – von Clemens Haustein

Selbstverständlich

Seit 15 Jahren gibt es das Innviertler Symphonie Orchester – ein loser Haufen österreichischer Berufs- und Nachwuchsmusiker. Zweimal im Jahr tritt man in einem Ort namens Mettmach auf: an Neujahr und zu einem Sommerkonzert im August. Da ist nicht viel zu erwarten, könnte der Unkundige denken – und geht dabei fehl. Das zeigt jedenfalls die erste CD des Saison-Klangkörpers, mit der sich das Orchester zu seinem Jubiläum selbst beschenkt. Sicher, manches klingt unscharf, gerade den Streichergruppen ist anzumerken, dass sie es – wie sollte man es anders erwarten – in den wenigen Tagen Probe nicht zur Homogenität eines festen Ensembles geschafft haben. Dafür wird der Hörer aber nicht zuletzt mit exzellenten Bläsern und wunderbar lebendigem, ungezwungenem Spiel belohnt. Die Aufnahme von Bruckners achter Sinfonie unter Nicholas Milton vibriert vom ersten Ton an, fließt warm und klar dahin, pulst und bleibt dabei wohltuend durchsichtig. Auch im letzten Satz ist kein übles Gedröhn zu hören, sondern federnde Kraft. Man hat als Hörer das Gefühl, als würde Bruckner hier mit einer Natürlichkeit verstanden, wie sie nur Musikern seines eigenen Landstriches zu eigen sein kann.

Und dann gibt es noch die zweiten CD, für die allein sich der Kauf dieser Aufnahme lohnen würde: Mozarts Klarinettenkonzert mit Matthias Schorn, Solo-Klarinettist der Wiener Philharmoniker. Weich und kräftig ist sein Ton, und doch spielt er das Konzert mit unnachahmlicher Beweglichkeit und Eleganz. Hinzu kommt eine fast schon unheimliche Unangreifbarkeit seines Spiels: keine Perfektion, die den Hörer mit ihrer technischen Sterilität verkühlt, vielmehr eine, die direkt vom Himmel der Selbstverständlichekit zu kommen scheint.

Musik ****

Klang ***